| Zweck und Bedeutung der Revision |
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"Prüfungen, ganz allgemein aufgefaßt, verfolgen den Zweck, durch die vorerwähnte planmäßige Kritik die Richtigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Sorgfalt gewisser Arbeitshandlungen und Arbeitsausführungen zu ermitteln; sie haben aber auch weiterhin den Zweck, die etwaigen Unrichtigkeiten und Fehler festzustellen und auf deren Richtigstellung hinzuwirken. Eine Revision wäre jedoch verfehlt, wenn sie ausschließlich nur den Zweck der Fehlerermittlung verfolgen, also den Weg des detektiven Verfahrens einschlagen würde. Wertvoller wird jede Revision, liege sie auf dem persönlichen oder sachlichen Gebiet, auf dem technischen, wirtschaftlichen oder rechtlichen, wenn sie die Absicht verfolgt, vorbeugend (präventiv) zu wirken mit der ausgesprochenen Absicht, Fehlerquellen festzustellen und dieselben durch organisatorische Maßnahmen zur Versiegung zu bringen. Während die Revision auf ihrer niedrigsten Stufe gewissermaßen nur den Zweck der Fehlerfeststellung hat, erfüllt sie somit auf ihrer höheren Stufe den Zweck der Fehlervermeidung. Somit hat die Revision in ihrer höchsten Auswirkung einen erzieherischen Zweck. Denn schon die Tatsache, daß irgendeine Revision von Arbeitshandlungen vorgenommen wird, pflegt in der Regel auf die mit diesen Arbeitshandlungen betrauten Personen einen erzieherischen Einfluß dergestalt auszuüben, daß dadurch die Sorgfalt der auszuführenden Arbeiten in günstigem Sinne beeinflußt wird. Hierdurch erhält die Revision auch einen sittlichen Charakter, da sie die Arbeitspersonen zur Sorgfalt erzieht. In der Zweckerfüllung einer Revision liegt sinngemäß auch wohl in der Regel die Bedeutung derselben. Denn schon die Nachprüfung eines Arbeitsstückes oder einer Arbeitshandlung gibt der Revision eine besondere Bedeutung insofern, als auch dadurch die geleistete Arbeit selbst wertvoller wird, da die Prüfung die Überzeugung von der Richtigkeit der Arbeitshandlungen gibt." aus: "Revisions = Technik Handbuch für kaufmännische und behördliche Buchprüfung" - von Dr.rer.pol. Paul Gerstner, Leipzig 1919 - Seite 6 mit freundlicher Genehmigung des "Verlag der Haude & Spenerschen Buchhandlung Max Paschke" |