| Frühwarnsystem in der Praxis |
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Aktive Risikosteuerung und –überwachung ist ein entscheidender Beitrag zur Vermeidung bzw. Reduzierung von Verlusten und notwendig, um die Verschlechterung von Risiken frühzeitig zu erkennen. Neben der Unterlegung der Risiken mit Risikokapital haben sich in der Praxis für die Überwachung der Risiken Indikatorensysteme, die bei Überschreitung vorgegebener Toleranzen anschlagen, bewährt. Auch die aufsichtsrechtlichen Regelungen heben die Notwendigkeit eines solchen Systems hervor. So fordern auch die MaRisk (VA) die laufende Überwachung des Risikoprofils und die Einrichtung eines Frühwarnsystems sowie die Lösung wesentlicher risikorelevanter Ad-hoc-Probleme. Ferner hat die Risikoanalyse und -bewertung grundsätzlich zu einer qualitativen und quantitativen Einschätzung potenzieller und realisierter Zielabweichungen sowohl durch die einzelnen Risiken, als auch durch das Gesamtrisiko zu führen. Durch ein entsprechendes Frühwarnsystem wird die qualitative Einschätzung verbessert und durch Schwellenwerte in konkrete Risiko-Aussagen überführt. Ebenso fordern die MaRisk (BA) Verfahren zur Früherkennung von Risiken. Die dem Verfahren zugrunde liegenden Indikatoren sollten dazu geeignet sein, dass sich abzeichnende Risiken möglichst frühzeitig erkannt werden können („indikatoren-bezogene Komponente“). Auf der Grundlage der Indikatoren sollte eine laufende Identifizierung von sich abzeichnenden Risiken möglich sein („zeitraumbezogene Komponente“) und Signale des Verfahrens zur Früherkennung von Risiken sollten ferner zeitnah zu geeigneten Maßnahmen des Instituts führen. Zusammenfassend lassen sich folgende Vorteile aus der Einführung von Frühwarnsystemen ziehen:
Ein Frühwarnindikator sollte immer anschlagen, wenn erste konkrete Zeichen erkennbar sind, dass Schwachstellen im IKS existieren, externe oder interne Rahmenbedingungen sich verschlechtern oder Verluste drohen. Zu beachten ist dabei, dass sich nicht für alle Risiken Frühwarnindikatoren ermitteln lassen und die Anzahl der Frühwarnindikatoren aus Übersichtlichkeitsgründen begrenzt bleiben sollte. Bei der Einführung eines Frühwarnsystems bietet sich eine Projekteinteilung in fünf Phasen an:
Für die Bestimmung der Frühwarnindikatoren kommen sowohl subjektive wie auch mathematisch deterministische oder stochastische Ansätze in Frage. Subjektive Indikatoren basieren grundsätzlich auf Experteneinschätzungen. Für stochastische Ansätze werden die Verteilungen simuliert – ggf. mit internen Zeitreihen – und hieraus Quantile ermittelt. Mathematisch-deterministische Indikatoren beruhen auf der Trendanalyse des vorhandenen Datenmaterials und Ableitung von Schwellenwerten. Dies geschieht ohne Simulationen und setzt eine Datenbasis mit drei- bis fünfjährigen Zeitreihen voraus. Für eine stochastische Simulation braucht man eine sehr breite Datenbasis – zwischen 100 und 200 Werten. Deterministische und subjektive Ansätze eignen sich eher für kleinere, stochastische Methoden eher für große Unternehmen mit der entsprechenden Datenhistorie. Die Ableitung der Schwellenwerte kann auf Basis historischer Zeitreihen geschehen, mit denen Auf- und Abschläge für Eskalationsstufen definiert wurden. Abschließend sind die so ermittelten Indikatoren zu Risikokategorien zusammenzufassen und in ein regelmäßiges Berichtswesen zu überführen. Rot, gelb, grün – eine klassische Ampelfunktion steht im System für die einzelnen Eskalationsstufen. Der Mehrwert, der mit Indikatorensystemen erreicht werden kann, ist neben der einhergehenden Frühwarnfunktion, also bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, auch die Möglichkeit, Verluste und so ggf. Risikokapital zu reduzieren. |


